Preview: Madonna trifft Tolle Grete. Sammler und ihre Spitzenstücke

Madonna trifft Tolle Grete. Sammler und ihre Spitzenstücke

Natürlich sind Fouquet und Bruegel die wahren Meister hinter der Madonna und die Dulle Griet. Dass wir diese Werke auch heute noch bewundern können, haben wir jedoch engagierten Sammlern zu verdanken. Treten Sie ein in die Welt der Sammler Florent und Fritz und entdecken Sie ihre unaufhaltsame Suche nach Schönheit. 

Florent van Ertborn (1784–1840) und Fritz Mayer van den Bergh (1858–1901) sammelten mit großer Leidenschaft Gemälde, Skulpturen, Manuskripte und vieles mehr. Oft handelte es sich dabei um Schnäppchen, manchmal aber auch um große Investitionen und ab und zu um geniale Funde. Die beiden Antwerpener Sammler waren ihrer Zeit weit voraus. Jahrhunderte lang galt Rubens als größter Maler. Für andere flämische Meister wie Pieter Bruegel den Älteren, Quinten Massijs, Rogier van der Weyden oder das Werk des Franzosen Jean Fouquet interessierte man sich kaum. Van Ertborn und Mayer van den Bergh hatten jedoch ein Auge für die hohe Qualität dieser Kunst.

Trendsetters

Die beiden scharfsinnigen Sammler laden Sie ab 5. Oktober 2019 ins Antwerpener Museum Mayer van den Bergh ein. Fritz und Florent begeistern Sie dort mit ihrer Sammelwut und zeigen Ihnen einige Spitzenstücke aus ihrer Sammlung. Den Höhepunkt bildet das erst kürzlich restaurierte Gemälde Dulle Griet von Pieter Bruegel dem Älteren. Es wurde vor genau 125 Jahren von Fritz Mayer van den Bergh wiederentdeckt und auf einer Auktion in Köln ersteigert. Das rätselhafte Bild hing dort hoch an der Wand. Der junge Sammler mit deutschen Wurzeln war aufmerksamer als die prestigeträchtigen Museen seiner Zeit und erwarb das bizarre Werk für nur 488 alte belgische Franken. Fritz machte dort das Geschäft seines Lebens, denn bis zu diesem Augenblick war man davon überzeugt, das Bild sei verloren gegangen.  

Auch Ritter Florent van Ertborn, der rund 100 Spitzenstücke für das Museum der Schönen Künste in Antwerpen erwarb, hatte ein Näschen für geniale Funde dieser Art. Er kaufte in einem Pariser Kunstgeschäft die äußerst ungewöhnliche Madonna von Fouquet, die nach über 500 Jahren auch heute noch zu den schönsten französischen Gemälden zählt. Für den Kalvarienberg von Antonello da Messina traf Van Ertborn eine Vereinbarung mit einem Genter Sammler, der das kleine italienische Tafelbild für einen hohen Betrag verkaufen wollte. Die genauen Umstände sind (noch) nicht bekannt, Van Ertborn hat aber vermutlich einige seiner Stücke gegen dieses Meisterwerk von Antonello Da Messina getauscht.

Der Erwerb der kleinen Weihnachtswiege war für Fritz möglicherweise ein Zufallstreffer, denn das Stück war Bestandteil eines umfangreiches Loses, für dessen Erwerb er ein großes finanzielles Risiko einging. Kenner und Sammler hielten die Wiege für ein einfaches Spielzeug aus dem Mittelalter. Mayer van den Bergh erkannte jedoch die außergewöhnliche Qualität dieses Objektes, das aus einem Kloster stammte: Im 15. Jahrhundert zogen Nonnen an dem kleinen Bändchen, während sie Lieder sangen. Die Wiege begann dann zu schaukeln und die Glöckchen klingelten. Ein mystisches Erlebnis, das alle Sinne ansprach.

Kontakt
Nadia De Vree Perscoördinator Cultuur, Stad Antwerpen
Harlinde Pellens Communicatie Museum Mayer van den Bergh